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Pausenbeziehungen aufheben.

Pausenbeziehungen aufheben.

Heute haben Deutschland und Russland wie fast der Rest der Welt mit einer doppelten Herausforderung zu tun: einer Koronavirus-Pandemie - einem globalen Problem, das auf internationaler Ebene enorme Anstrengungen erfordert. Ebenso wie die massive Rezession in Wirtschaft und Handel und die vielleicht schwerste seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Beide Faktoren werden erhebliche soziale Folgen haben, die auch grenzüberschreitend sind. Die Regierung der Russischen Föderation, die deutsche Regierung und die Europäische Union haben bereits mit einer Reihe komplexer Maßnahmen begonnen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu mildern. In Deutschland wurde das größte Förderpaket in der Geschichte der Bundesrepublik genehmigt. Es umfasst Kredite, Garantien und direkte Subventionen für Unternehmen, unabhängig von ihrer Tätigkeit und der Zahl der Mitarbeiter. Gleichzeitig wird die Überwindung der Krise auch das vorrangige Thema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 sein.

Umfangreiche und vielfältige Maßnahmen zur Unterstützung der EU werden auch den deutschen Unternehmen zugute kommen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten ihre Investitionen auch in Russland platziert haben. Allein im Jahr 2019 betrug das Volumen der direkten Investitionen aus Deutschland in Russland 2,6 Milliarden Euro. In diesem Fall vertreten Investoren das gesamte Spektrum der deutschen Wirtschaft, als Beispiel werde ich nur die Bereiche Automobilindustrie, Pharmaindustrie, Maschinenbau und Energie nennen.

Viele in Russland tätige deutsche Unternehmen sind nicht nur wichtige Arbeitgeber und Steuerzahler, sondern tragen auch wesentlich zum praktischen Technologietransfer bei. Umso wichtiger ist es, ausländischen Investoren, die schon lange in Russland verwurzelt sind, den gleichen Zugang zu lokalen Formen der Unterstützung auf Bundes- und regionaler Ebene zu gewähren. Denn Diskriminierung zu verhindern erfordert Ehrlichkeit und gute Behandlung mit Unternehmen, die sich für die Lokalisierung von Unternehmen in Russland zu entscheiden.

Ein weiterer Aspekt, dem wir Rechnung tragen müssen: Die Einreisebeschränkungen, die zur Bekämpfung der Ansteckungsgefahr eingeführt wurden, haben dazu geführt, dass eine Reihe von Managern aus Deutschland und anderen europäischen Ländern, deren Präsenz dringend erforderlich ist, um die Geschäftsführung in Russland durchzuführen, derzeit nicht in das Land einziehen können. Die russisch-deutsche Außenhandelskammer und das Ost-Komitee der deutschen Wirtschaft haben gemeinsam mit dem Verband der Europäischen Wirtschaft und anderen Partnerorganisationen aus Italien, Frankreich und Österreich den russischen Behörden bereits konkrete Vorschläge für eine außergewöhnliche Ordnung zum Erhalt der Einreisegenehmigung vorgelegt. Gemeinsam mit ihnen setzen wir uns auch als lokale Vertreter der europäischen Diplomatie für bessere Bedingungen ein.

Trotz aller Probleme und Herausforderungen sollten wir jetzt unseren Blick vor allem in die Zukunft richten: Das deutsche Jahr in Russland, das im Spätsommer beginnt und das wir planen, als gemeinsamen Standort zu nutzen, um nach einer durch den Koronavirus bedingt erzwungenen Pause unseren Beziehungen wieder Impulse und Dynamik zu verleihen, insbesondere im Bereich der Wirtschaft.

Für uns alle, auch für die Unternehmen, wird dieses Jahr eine gute Gelegenheit in ganz Russland sein, gemeinsam die deutliche Rolle Deutschlands im öffentlichen Leben zu nutzen und vor allem eine Entwicklung in zukunftsorientierten Fragen zu erreichen. Auch das kommende deutsch-russische Themenjahr für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung, dessen Beginn näher am Ende des Kalenderjahres geplant ist, wird die Quelle der wunderbaren Berührungspunkte sein, um die Teilnehmer aus Deutschland und Russland nach neuen zukunftsfähigen Ideen und Projekten zu suchen.

Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir trotz der Auswirkungen der Pandemie - nicht, gerade aufgrund ihrer Verfügbarkeit - durch neue Ideen in unseren auf breiter Basis beruhenden Beziehungen vorankommen.