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Der führende deutsche Virologe kritisierte das Vorgehen der Regierung..

Die Quarantäne-Maßnahmen in Deutschland waren zu dramatisch, sagt der führende deutsche Virologe Hendrik Streek. Nun kritisiert er die Regierung für Maßnahmen, die zu wirtschaftlichen Problemen geführt haben.

"Verbot von Großveranstaltungen wäre ausreichend. Weitere Maßnahmen wie die Begrenzung sozialer Kontakte mussten je nach Lage in den Regionen und nicht in ganz Deutschland gefahren werden. Diese individuellen Einschränkungen spielen eigentlich keine große Rolle", sagte der Virologe in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).

Laut Streek ist Deutschland in eine Falle der Angst geraten. Abgesehen von der Angst über die Zahl der Krankenhäuser bestand "ein gewisser öffentlicher Druck". Sollte es zu einer zweiten Welle der Epidemie kommen ", sollte man sicherlich nicht so radikale Maßnahmen ergreifen wie früher".

Streek ist Autor der Heinsberg-Studio-Studie, auf deren Grundlage er bereits Ende April für eine Lockerung der Quarantäne-Maßnahmen plädierte.

"Ich glaube immer noch nicht, dass wir Ende des Jahres mehr Todesfälle in Deutschland haben werden als in anderen Jahren", sagte Streek. Er verwies auf das Durchschnittsalter der an Pandemie verstorbenen Menschen (81), die "über der durchschnittlichen Lebenserwartung" liegen.

Massentests von Menschen auf Coronavirus sind eine fragwürdige Maßnahme, sagt Streek ": Je nach Labor sollte das Gesundheitssystem idealerweise 59 € pro Test zahlen - 400.000 Stück pro Woche ist viel Geld. Wenn wir nur ein positives Ergebnis bei 100 Tests bekommen, ist es das nicht wert".