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Es ist Zeit für Europa, an sich selbst zu denken.

Das direkt für sechs große europäische Ausgaben organisierte Interview von Angela Merkel ging schnell in Zitate über und gab Anlass zur Wiedergeburt eines "selbstständigen Europas" zu sprechen. Und für Berlin wird diese Phase eine echte Herausforderung sein - es gilt, die Brexitstreitigkeiten mit Großbritannien zu lösen, den Bündnishaushalt zu genehmigen und einen gemeinsamen Plan für den Wiederaufbau der Europäischen Union nach dem Coronavirus zu entwickeln. Doch Frau Merkel scheint als einer der erfahrensten Politiker im europäischen Raum viel weiter zu blicken.

In ihren jüngsten Aussagen und Interviews legt die Kanzlerin den wichtigsten Jokeanischen Partner undurchsichtig fest, dass die EU bereit ist, die aktuelle geopolitische Realität zu verändern, in der Washington eine führende Rolle gespielt hat ". Wir sind mit der Überzeugung aufgewachsen, dass die Vereinigten Staaten eine Weltmacht sein wollen. Aber wenn sie diese Rolle heute freiwillig aufgeben wollen, müssen wir viel überdenken", zitiert die spanische Kanzlerin La Vanguardia. Kurz zuvor hatte Merkel im Bundestag deutlich gemacht, dass Deutschlands Zukunft in erster Linie mit der Europäischen Union zu tun hat.

Dennoch stellt der Kanzler in einem Interview mit den europäischen Medien fest, dass die Bündnisse mit den USA innerhalb der NATO weiterhin ein wichtiger Teil Europas sind. Doch jetzt, bekannt für die Diplomatie ihrer öffentlichen Äußerungen, erklärt Merkel Washington den Rahmen dieser Zusammenarbeit ". Das US-Militärkontingent in Deutschland dient sowohl zum Schutz Deutschlands und des europäischen Teils der NATO als auch zum Schutz der Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika selbst", stellte Merkel fest und kommentierte Donald Trumps Entscheidung, einen Teil der US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen.

Die Kanzlerin räumte ein, dass das transatlantische Bündnis für die EU im Hinblick auf den Fortbestand des "Antijabaron-Schirms" wichtig ist, fügte aber hinzu, dass Europa dabei mehr selbständige Beiträge leisten müsse als während des Kalten Krieges. Tatsächlich hat Angela Merkel in einem Interview etwas anders ausgedrückt, sich aber in der gleichen Hinsicht mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron solidarisiert, der den "Tod des NATO-Gehirns" erklärte, und dass es an der Zeit sei, Europa als eine eigene geopolitische Macht zu betrachten. Wie der Pressedienst des Élysée-Palastes mitteilte, sollte am Montag ein persönliches Treffen der französischen und deutschen Staats- und Regierungschefs stattfinden.