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Julian Assange mit dem Friedenspreis in Stuttgart ausgezeichnet.

Julian Assange mit dem Friedenspreis in Stuttgart ausgezeichnet.

Der Friedenspreis 2020 in Stuttgart wurde dem australischen Journalisten, Wikileaks-Gründer Julian Assange, verliehen, der nun in Großbritannien verhaftet wird. Dies berichtete die deutsche Nachrichtenagentur dpa.

Die Preisträger werden von der örtlichen Bürgerinitiative "Die Anstifter" bestimmt. Sie wird jährlich an Personen oder Projekte verliehen, die "in besonderer Weise dem Frieden, der Gerechtigkeit und der Solidarität dienen". Das monetäre Äquivalent der Prämie beträgt 5.000 Euro.

Dieses Mal fiel die Wahl auf Assange, erklärte am Dienstag die Vorsitzende der Initiative Annette Ohme-Rynik, als Zeichen, dass er nicht nur das Recht auf bedingungslose Informationsfreiheit und die Pressefreiheit, sondern auch in der Praxis.

Erinnern Sie daran, dass dank Assanges gegründet WikiLeaks in der Öffentlichkeit geworden streng geheime Unterlagen über Spionageskandale, Korruption in den höchsten Ebenen der Macht, Kriegsverbrechen und Geheimnisse der westlichen Diplomatie. Jetzt verlangt Washington die Abschiebung eines Whistleblowers in sein Territorium, wo er in 18 Fällen angeklagt werden kann und eine Haftstrafe von 175 Jahren. Unter anderem, weil Assange praktisch viele geheime Informanten der USA aufgedeckt und über die Kriegsverbrechen amerikanischer Soldaten in Afghanistan und im Irak berichtet hat.

Laut dpa wird der Preis am 6. Dezember verliehen. Aber der Preisträger selbst wird an diesem Tag wohl nicht aus den britischen Gefängnisstrafen nach Stuttgart entlassen werden. London erwägt weiterhin, Assange nach Amerika auszuliefern.

Im Jahr 2014 wurde der Friedenspreis von Stuttgart an den Autor der Enthüllungen der amerikanischen Heimatschutzbehörde, einen ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, verliehen.