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Italienische Stadt verlangt von Deutschland Entschädigung für die Schiffe von Caligula.

"Nemi verlangt Entschädigung von Merkel" - mit derart großen Schlagzeilen haben die italienischen Medien die Initiative des Bürgermeisters der 1900.000-Einwohner-Stadt am Fuße des Krater des erloschenen Vulkans in der Nähe von Rom Alberto Bertucci kommentiert. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt, entschied er sich "mit einem Marketingzug", Nemis miserable Finanzlage zu korrigieren, die stark unter den Folgen der "Krone" gelitten hat. Nicht nur, dass die Hotels sind halbleer, so auch das traditionelle Erdbeerfest in diesem Sommer musste abgesagt werden. Damals erinnerte sich der Stadtführer, dass die Gemeinde zu Duchs Zeiten zwei antike Schiffe besaß, die 1944 bei einem Brand niederbrannten. Jetzt will er sie mit 3D-Druck und deutschem Geld wiederherstellen.

Die Höhe der Forderungen gegen die deutsche Regierung wurde nicht öffentlich bekannt gegeben. Aber Herr Bertucci wandte sich bereits an das Büro des deutschen Anwalts Joachim Lau in Florenz, der zuerst die Geschäfte der Angehörigen der Opfer der SS-Massaker leitete - und erfolgreich Entschädigungen für sie durchsetzte. In Berlin werden die Forderungen der Italiener noch nicht kommentiert. Tatsächlich ist den Historikern noch immer nicht ganz klar, was mit den legendären Schiffen des römischen Kaisers Caligula geschah - ob sie tatsächlich von den Nazis angezündet oder bei amerikanischen Bombardierungen verbrannt wurden. Aber der Stadtrat nach der Sitzung des Gemeinderats ein eindeutiges Urteil: für das Feuer im Museum der römischen Schiffe, mit einem Pomp am Ufer des örtlichen Sees im April 1940 unter Beteiligung von Mussolini, verantwortlich für Hitlers Truppen. Die Soldaten der 163 schweren Flugabwehrabteilung der Wehrmacht, die die Hangars in der Nacht des 1 Juni 1944 unter dem Feuer der Alliierten in Brand gesetzt hatten ". Wir fanden Berichte, umfangreiche Dokumente und Beweise. Die Nazis vertrieben alle Bewohner und den Museumsverwalter. Sie haben beschlossen, diesen Schatz in Brand zu setzen. Es besteht kein Zweifel", erklärte Bertucci.

Die Geschichte der spurlos verschwundenen Schiffe ist voller Geheimnisse. Es wird angenommen, dass sie auf Anweisung von Kaiser Guy August Germanik gebaut wurden, der weithin als Caligula bekannt ist. Er bestieg den römischen Thron 37 n. Chr. und schirmte aktiv den Kult der Göttin Diana, der in der Umgebung von Nemi lange blühte. Der größere der Schiffe, 73 Meter lang und 24 Meter breit, dürfte Dianas Tempel aufgenommen haben. Das zweite Schiff, das 71 Meter 20, wurde von Caligula als schwimmender Palast benutzt. Aber bei seinen aufregenden Spaziergängen konnte er aufgrund der kleinen Größe des Sees nicht weit schwimmen. Wahrscheinlich wurden die Schiffe kurz nach der Ermordung des Tyrannen-Kaisers überflutet. Im Mittelalter sind viele Berichte darüber bekannt, wie lokale Fischer Bronzeobjekte, Mosaikfragmente und Marmorstatuen im Netz fanden. Mitte des 15. Jahrhunderts beauftragte Kardinal Prospero Colonna den Renaissance-Architekten und Kunsttheoretiker Leon Battista Alberti, den See zu erkunden, aber ohne Erfolg. Das Geheimnis seines Bodens konnte erst unter einem faschistischen Diktator gelüftet werden, der 1927 die Suche nach Unterwasserschätzen anordnete. Dazu wurde sogar ein mehr als anderthalb Kilometer langer U-Boot-Kanal wiederhergestellt, der während der Dorimer Zeit durch die westliche Seite des Vulkankraters geschlagen wurde, um die Felder zu bewässern. Im Jahre 1932 entdeckten sie tatsächlich die Überreste zweier majestätischer Holzschiffe. Aber ihr zweites Leben dauerte nicht lange.