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Merkels geheimer Appell: Wenn die Südstaaten scheitern, gehen wir mit ihnen unter.

Die über 90-stündigen Verhandlungen auf dem EU-Gipfel in Brüssel waren erfolgreich. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union konnten sich auf ein milliardenschweres Hilfspaket für Länder einigen, die von der Koronavirus-Pandemie betroffen sind, insbesondere für Italien und Spanien. Der Deal wurde nur durch Angela Merkel erzielt.

Am Donnerstag, 23. Juli, wurden geheime Verhandlungen zwischen dem deutschen Kanzler und dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte (53) bekannt, der sich gemeinsam mit den Regierungen Österreichs, Schwedens und Dänemarks gegen finanzielle Hilfe für seine Nachbarn ausgesprochen hatte. Der Gipfel stand kurz vor dem Zusammenbruch, aber Angela Merkel kam ins Spiel. Sie wusste, wenn sie Rutte überzeugen konnte, würde der Deal zustande kommen.

"Die Zukunft Europas steht auf dem Spiel", wandte sich die Kanzlerin an den niederländischen Ministerpräsidenten.

Aufgrund der wirtschaftlichen Integration sind reiche und nachhaltige Länder wie Deutschland und die Niederlande von einem stabilen Binnenmarkt abhängig. Im Falle eines Zusammenbruchs der italienischen Wirtschaft beispielsweise könnten auch deutsche Banken Probleme bekommen und die deutsche Wirtschaft somit destabilisieren.

Am Ende wurde ein Kompromiss erzielt. Entgegen den Plänen von Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (42) wurden die Zuschüsse insgesamt von 500 Milliarden auf 390 Milliarden Euro reduziert. Dies bedeutet, dass die Summe des Geldes, das den EU-Mitgliedsstaaten ohne Rückzahlungsverpflichtungen zugeteilt wird, auf Verlangen des Quartetts, dem die Niederlande, Dänemark, Österreich und Schweden angehören, um 110 Milliarden Euro gesenkt wurde.