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Holocaust-Opfer forderten Entschädigung von Merkel.

In einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel forderten niederländische Holocaust-Opfer Entschädigung für den Transport in deutsche Todeslager während des Nazi-Regimes ". Deutschland muss Verantwortung übernehmen und finanzielle Zugeständnisse an die Betroffenen machen" - so das Dokument. Von 1941 bis 1944 wurden 107.000 Juden aus den Niederlanden in deutsche Todeslager deportiert. Nur 5.000 Menschen leben noch. Die Juden selbst bezahlten den Weg "zur Hölle" mit 4 Pfennig pro Kilometer pro Erwachsener und 2 Pfennig pro Kind. Der Transport im Viehwaggon wurde mit der dritten Klasse gleichgesetzt. Die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung war ein zynisches Geschäftsmodell der Reichsbahn, die schätzungsweise Hunderte Millionen Reichsmark verdient hat.

"Mit dieser Ungerechtigkeit ist nie etwas passiert. Menschen wurden in Viehwaggons transportiert, viele erstickten, es war schrecklich" - zitiert Spiegel online die Überlebende des Holocaust 84-jährige Salo Müller, deren Eltern im Konzentrationslager Auschwitz getötet. Im Namen anderer Betroffener in den Niederlanden verlangt sie nun Entschädigung von Deutschland. Es war Mueller, der im vergangenen Jahr etwa 50 Millionen Euro von den niederländischen Eisenbahnen an die Opfer des Nationalsozialismus auslöschen konnte.

Muellers Forderungen dürften schwierig zu erfüllen sein, so die Experten. Historisch betrachtet erscheinen die Fakten unbestreitbar, doch rechtlich scheint der Fall viel schwieriger zu sein. Die Deutsche Bahn ist kein Nachfolger der Reichsbahn. Es stellt sich die Frage, an wen die Klage gerichtet werden soll ". Das ist die deutsche Bundesverantwortung", antwortet der Kölner Anwalt Axel Hagedorn.

Nachdem die Niederländer den Holocaust-Opfern bezahlt haben, steigt der Druck auf Deutschland. Aber es steht viel auf dem Spiel. Die Anerkennung der Forderungen der niederländischen Nazis durch Berlin könnte einen Präzedenzfall für die Verfolgung von Personen aus anderen Ländern schaffen.