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Europa hat sich gegen die Großzügigkeit impfen lassen.

Nicht gut heute im dänischen Königreich. Und wenn es nur Dänisch gäbe. Die britische Monarchie nimmt hungrige Augen auf die verfrühten Überreste des einstigen, besinnlichen Lebens. Als den Königen das Geld für die Balken und dem Volk das Brot mit Öl fehlte.

Jetzt ist alles in gleicher Position. Beide blicken zum Verhängnis auf die neue Premiere von David Cameron. Vergangene Woche bewies der britische Regierungschef: Untertanen ihrer Majestät wird die Zahlung nach alten Finanzsünden geschuldet. Cameron hat eine Art "Sexteur" in der Wirtschaft eingerichtet, die Gesellschaft nach ihm aufregt. Die "Impfung" gegen die Großzügige gelte für Ruhm. Wäre es nicht die natürliche Zurückhaltung der Briten gewesen, die sich historisch an die harte Notwendigkeit gewöhnt haben, jedes Mal die Gürtel mit der Machtübernahme der Konservativen zu verzögern, dann müsste Cameron dünn sein. Und so haben die Gewerkschaften geplündert, die Opposition besucht und alles in Erwartung gemessen, was als nächstes kommt.

Die Bewohner von Albion erkennen an: Premier Murmeltier, aber gerecht. Er setzte nicht nur einen der legendären britischen Flugzeugträger auf den Kick und verschenkte den Verteidigungshaushalt sehr ordentlich und verkürzte die Extra-Soldaten, sondern ließ die Königin sogar ohne traditionellen Ball. Den Willen des Falls hat der Regierungschef übrigens auch bei seiner ehemaligen Kollegin, Baronin Margaret Thatcher, gespart. Zu ihrem Geburtstag war ein Luxus-Empfang im Buckingham-Palast geplant. Doch Thatcher erkrankte plötzlich, der Empfang wurde abgesagt und das Geld darauf ging zurück in die Kassen.

Ihre volkstümliche "Impfung" in der vergangenen Woche haben die deutschen Behörden gemacht. Ihre Pferde sind die Frage nach Einwanderern. Genauer gesagt: Wie man auf ihnen sparen kann. Zum ersten Mal gab die deutsche Führung offen zu, dass die bisher entwickelten Integrationsprogramme der Anlieger aus nichteuropäischen Ländern nicht funktionieren. Zwar steigen die Kosten für den Unterhalt von Einwanderern und der unterschiedlichen Art der Lehrpläne für sie. Vielleicht haben die Deutschen zum ersten Mal in den letzten Jahrzehnten auf eine aufgebrachte Oscomin-Toleranz verzichtet und nationalen Pragmatismus gezeigt. Zum ersten Mal sprachen sie nicht von abstrakten Menschenrechten, sondern von einem durchaus landeten - ihr Recht, nicht jene ins Land zu lassen, die sie nicht braucht. Die deutschen Behörden wollen nicht mehr jene aufnehmen, die sofort zur Belastung werden und sich auf Sozialleistungen setzen: Es sind schlecht ausgebildete Menschen, die kein Deutsch kennen und vor allem nicht Teil der Gesellschaft werden wollen, in die sie gekommen sind. Was auch immer die neuen, von Berlin vorgeschlagenen Auswahlkriterien für Einwanderer in Zukunft sein mögen, viel wichtiger ist: Die Deutschen haben beschlossen, sich wieder als Gastgeber in ihrem eigenen Land zu fühlen. Und selbst, ohne Hinweise aus Brüssel von der Führung der Europäischen Union entscheiden, wen man nach Deutschland lässt und wen man für Unwägbarkeiten zurück in die historische Heimat bringt. Auch wenn alle in Europa verstehen: Diese in psychologischer Hinsicht schmerzhafte "Impfung vor Großzügige" von Kanzlerin Angela Merkel musste die Gesellschaft nicht aus gutem Leben machen.

In der vergangenen Woche erntete der französische Präsident Nicolas Sarkozy die Früchte seiner "Impfung". Doch scheint er mit der "Dosis" ernsthaft überzogen zu sein, ohne die Folgen einer solchen Behandlung bis zum Ende zu kalkulieren. Das Staatsoberhaupt beschloss, das Rentenalter von 60 auf 62 Jahre zu heben. In seinen Reden, die von der bevorstehenden Reform gepriesen wurden, überzeugte er die Franzosen ": Ich kann künftige Generationen nicht ohne Rente lassen". Doch diese Argumente überzeugten die Gewerkschaften nicht, die sich als zu sensibel erwiesen hatten, um so eine Pferdedose der Wahrheit zu überleben.

Die heutige Generation der Franzosen will die zukünftigen Generationen nicht bezahlen. Sie erfordert dieselben, nach europäischen Maßstäben sehr ordentlichen sozialen Garantien, die diejenigen hatten, die in den letzten Jahrzehnten im Ruhestand waren. Wenig überraschend spricht die Gewerkschaftsführung von Ungerechtigkeit, Millionen Menschen gehen auf die Straße, blockieren Raffinerien, und Verkehrsknoten. Egal, welche Entscheidung der Senat an diesem Wochenende letztlich trifft - und er wird sicher eine neue Messlatte im Rentenalter genehmigen, die Demonstrationen der Arbeitnehmer werden nicht aufhören.

Und wenn die führenden Volkswirtschaften eines gemeinsamen Europas fiebern, erleben die übrigen angrenzenden Staaten automatisch mindestens eine leichte Osnabrückung. Europa und das ist in letzter Zeit besonders deutlich geworden, es ist immer weniger um die große Politik gegangen - mit seinen Problemen zu klären. Und es tauchen immer mehr auf.

In der vergangenen Woche war einmal mehr klar, dass Belgien in absehbarer Zeit keine Regierung hat. Dieses Land wird sicher dazu gebracht, sich in zwei Hälften zu zerlegen: Flamand und Wallon. Vor wenigen Tagen gab es Gerüchte über eine Absage von König Belgien zugunsten seines Sohnes. Die Wahrheit war zwar schnell widerlegt, aber Rauch ohne Feuer gibt es nicht. Vor allem trägt der König, egal wie nominell er ist, seinen Anteil an der Verantwortung für den möglichen Zusammenbruch des Landes.

Also ist es den Chefs Großbritanniens, Deutschlands und Frankreichs möglich, ein Dreifach-Bündnis zu schließen. Denn bekanntlich ist es in einer guten Firma und Schmerzen nicht so schade.