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Experten erfuhren, was die Deutschen fürchten.

Was fürchten die Deutschen? Wie sich herausstellte, gaben ihre traditionellen Ängste neuen Ängsten, die durch aktuelle externe Bedrohungen gebildet wurden, Platz.

Die gemeinsame Existenz in Europa wird den Deutschen nicht leicht gegeben. Laut einer Studie der großen Versicherung R V-Verbandsgesellschaft befürchten 70 Prozent der Landesbürger, dass ihnen eine mögliche Insolvenz der Nachbarländer zu teuer werden könnte. Bis heute ist das ihre größte Angst.

Die Folge ist die zunehmende Verunsicherung vor dem morgigen Tag. Die Menschen in Deutschland fürchten höhere Lebenshaltungskosten - 63 Prozent der Befragten.

Inzwischen, so stellen die Forscher fest, hat die normale Angst vor Arbeitslosigkeit die alte Spitze verloren und ist um 24 Punkte gesunken - auf 37 Prozent.

"Das ist ein sensationelles Ergebnis", sagte Professor Manfred G. Schmidt, Berater der Versicherung, im Interview mit der "Sueddeutschen Zeitung". Seiner Meinung nach ist der Optimismus der Deutschen auf dem Arbeitsmarkt mit jenen Krisenmaßnahmen verbunden, die Regierung in den vergangenen Jahren unternimmt.

Auch die Angst, Opfer eines Kriminellen zu werden, ist gesunken - das macht nur 28 Prozent der Befragten Angst.

Der "Dioxinskandal" in Deutschland und die plötzlichen Todesfälle in Europa vom Darmstock E-coli, der Unfall im Kernkraftwerk Fukushima und die Terrakte am 11. September haben auch die Friedfertigkeit der Deutschen beeinflusst. So fürchten 70 Prozent der Bürger Schadstoffe in Lebensmitteln. Mehr als die Hälfte hat Angst vor möglichen Atomunfällen in Europa. Und nach dem unglücklichen Jahr 2001 hat sich die Angst vor Terroristen fast verdoppelt.

In einer Umfrage haben mehr als die Hälfte der Deutschen Angst vor Altbewährtem zugegeben. Am meisten Angst macht ihnen die Aussicht, hilflos zu werden und auf irgendeiner Hand zu bleiben.

Was die Deutschen am wenigsten stört, ist Eheverrat (5 Prozent). Vor dem Hintergrund der globalen Ängste scheinen persönliche schon Kleinigkeiten zu sein.