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In Deutschland erhält der Entführer und Kind-Mörder eine Entschädigung von 3000 Euro.

Der Entführer und Mörder des Kindes, der 36-jährige Magnus Gehrgen muss 3000 Euro als Entschädigung zahlen. Ein solches Urteil hat heute das Landgericht Frankfurt am Main gefällt, berichtet Spieß.

Wie so etwas sein kann, wurde aus der Geschichte vor fast zehn Jahren klar.

Magnus Häfgen verbüßt die Strafe für die Entführung und Ermordung 2002 des elfjährigen Sohnes des Bankiers Friedrich von Metzler, Jacob. Die Polizei packte den Täter schnell, doch er hatte nicht lange gestanden, wo er das Kind versteckt hatte. Um ihn zu finden, drohte die Polizei bei der Vernehmung (es heißt, es waren zwei) Häfgen nach seinen Worten mit "unvorstellbaren Schmerzen". Erschrocken hatte der Täter den Standort des Jungen entdeckt. Doch als die Polizisten an der angegebenen Adresse eintrafen, fanden sie das Kind bereits atemlos.

So wäre diese Geschichte beendet, wenn nicht die Beschwerde eines verurteilten Polizisten gewesen wäre. Häfgen forderte als Entschädigung für den moralischen Schaden 10.000 Euro. Wie der Täter versicherte, litt er später nach dieser Geschichte unter Angst vor Folter, und das führte sogar zu einigen psychischen Störungen. Dabei konnten Psychologen seine Zustände nicht eindeutig bewerten.

In dem Zusammenhang kam ihm das Gericht nur teilweise entgegen und bezeichnete die Taten der Polizisten als "schwere Straftat". Nach Ansicht von Richter Christoph Hefter hatten die bei der Vernehmung anwesenden Agenten kein Recht, den Verdächtigen zu bedrohen, zudem erschöpften sie nicht alle Möglichkeiten, ihn mit legitimen Methoden zu beeinflussen. Das Gericht senkte die Größe der geforderten Entschädigung auf 3.000 Euro - sie müssen an die verurteilte Behörde des Landes Hessen zahlen.