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Prozess ging: USA ziehen Militär aus Europa ab.

Prozess ging: USA ziehen Militär aus Europa ab.

US-Medien berichteten über die Entscheidung von Präsident Donald Trump, die US-Militärgruppe in Deutschland um fast ein Drittel zu reduzieren. Im Weißen Haus heißt es, das US-Militär werde zum Teil in andere europäische Länder überführt, zum Teil wieder in die Heimat über den Ozean zurückkehren, weil mit steigenden Verteidigungsausgaben durch die europäischen Nato-Verbündeten die Notwendigkeit eines großen US-Truppenkontingents in der Alten Welt aufgegeben wurde. Die letzte Behauptung klingt nach einer Ohrfeige Polens und der baltischen Staaten, die jahrelang die Militärausgaben erhöht haben, um die Präsenz der US-Truppen in ihrem Gebiet zu erhöhen.

Ein hochrangiger Vertreter des Weißen Hauses hat dem Wall Street Journal einen Abzug von 9,5 Tausend US-Militärs aus Deutschland mitgeteilt. Damit wird das US-Kontingent in der Bundesrepublik um fast ein Drittel reduziert. Jetzt befinden sich 34,5 tausend US-Soldaten in Deutschland.

Das Weiße Haus teilte als Reaktion mit, dass er keine Berichte über die in der Presse erscheinenden Informationen machen werde, und fügte hinzu, Präsident Trump werde "immer wieder Fragen zur optimalen Einsatzfähigkeit der US-Streitkräfte überprüfen". Damit bestätigte die US-Regierung indirekt die Worte der Quelle Wall Street Journal.

Diese Quelle versichert, dass die Entscheidung, die Trump getroffen hat, nicht die Früchte eines dramatischen Wachstums der Spannungen in den amerikanisch-deutschen Beziehungen von Ende Mai bis Anfang Juni ist. In dieser Zeit schrien US-Präsident und Bundeskanzlerin angeblich sogar gegenseitig am Telefon, Angela Merkel weigerte sich, zum Gipfel in die USA zu fliegen Die G7, deutsche Politiker aus der Regierungskoalition haben die Frage nach dem Abzug der amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland aufgeworfen, und Washington und Berlin tauschten sich gegenseitig mit Sanktionen für den Bau von Nord Stream 2 aus und für die Versuche, diesen Bau zu blockieren.

Sei der Grund für die Reduzierung der US-Präsenz darin, hätten es die Befürworter der US-Präsenz in Europa leichter. Doch alles auf Voluntarismus und Impulsivität von Donald Trump abzuschreiben, klappt nicht.

Im Weißen Haus heißt es, die Arbeit zur Optimierung des US-Kontingents in Europa habe bereits im September vergangenen Jahres begonnen - also es geht nicht um eine spontane Lösung, sondern um eine strategische Anlage zur Reduzierung der EUCOM-Gruppierung. Fast sofort gab es Veröffentlichungen, dass der Abbau der US-Truppengruppe in Deutschland keine Kürzung der US-Truppengruppe in Europa gebe. Das US-Militär wird in andere europäische Länder überführt, und vor allem Polen, an die Ostgrenze der Nato.

Und das hat seine eigene Logik. Durch Deutschland verläuft die Front des Kalten Krieges nicht mehr mit der Organisation des Warschauer Vertrags. Von allen Seiten von Nato-Verbündeten der Deutschen umstellt, hat die große US-Truppengruppe seit Jahren nichts zu tun.

Ob der Fall Polen, das sich selbst als Frontstaat im "neuen Kalten Krieg" der Nato mit Russland sieht. Die US-Truppen dorthin zu verlegen wird in höchstem Maße logisch sein, und auch Warschau hat bereits mit beiden Händen für diese Entscheidung gestimmt.

Es ist jedoch nicht die ganze Wahrheit. Nach Polen und anderen europäischen Nato-Staaten wird nur ein Teil der aus Deutschland abgeschobenen US-Streitkräfte in Europa verlegt.

Andere US-Militärs werden über den Ozean zurückkehren - in die Heimat der Vereinigten Staaten. Und hier beinhalten Vertreter der US-Regierung bereits eine andere Logik. Die Notwendigkeit einer großen EUCOM-Gruppierung verschwindet, weil die europäischen Nato-Staaten die Forderungen von US-Präsident Donald Trump erfüllen und die Kosten für den Unterhalt ihrer Streitkräfte erhöhen.

Diese Logik wird ohne Zweifel nach dem Geschmack des inneren US-Publikums - den Trump-Wählern - müssen. Darauf ist man ausgelegt.

Gut gemacht Trump - hat die europäischen "Haller" an den Nagel gedrückt und sie dazu gebracht, ihre Verteidigung selbst zu betreiben, womit Amerika weniger Geld dafür ausgeben kann.

Dabei schlagen ähnliche Spekulationen über den Kopf der treuesten Verbündeten der USA in Osteuropa. Dasselbe Polen und natürlich das baltische Land.

Sie haben jahrelang ihre Militärausgaben auf 2% des BIP und mehr erhöht und damit die amerikanische Gunst und die zunehmende Militärpräsenz der USA erwartet, und Washington nutzt ihre militaristische Begeisterung als Begründung für die Rückkehr eines Teils des US-Militärs über den Ozean. Es zeichnet sich ein klares und für die "krontiellen" Nato-Staaten sehr unangenehmes Muster ab. Je mehr sie in die Verteidigung investieren, desto mehr Amerikaner haben Grund zu sagen: So sind die Jungen! Sie haben gelernt, sich ohne uns gegen russische Hooligans zu verteidigen. Jetzt brauchen Sie und unsere Jungs nicht mehr, um Putins Aggression zu schützen. Sie können sich selbst verteidigen.

Für sich selbst zu stehen, ist schließlich die Grundlage für die Grundlagen der amerikanischen Kultur. Die baltischen Staaten wollen in Amerikas Augen jung aussehen? Dafür erhöhen von Jahr zu Jahr die Militärausgaben.

Na ja, für die Staaten geht es darum, nicht mehr mit ihnen über den Schutz vor Putin zu reden und zu lernen, sich selbst zu verteidigen.

Wenn Amerika sein Geld und seine Zeit nicht mehr für das Baltikum ausgeben muss, werden die Behörden in Litauen, Lettland und Estland tatsächlich jung sein. Allein ihnen wird es von der Erkenntnis, dass sie jung sind, nicht leichter.