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Britischer Abgeordneter warf Berlin Verrat wegen Nord Stream 2 vor.

Der britische Parlamentarier Daniel Cavcinski hat den deutschen Behörden "Verrat" an Europa vorgeworfen, weil er mit Russland über das Projekt Nord Stream 2 kooperiert hatte. Seiner Meinung nach, die Zeitung Daily Express führt, ist ein ähnliches Verhalten Berlins unzulässig.

Nach Angaben des Abgeordneten ist Deutschland Mitglied der NATO und muss deshalb den Kontinent vor potenziellem Eingreifen und Einfluss Russlands schützen. Die wirtschaftlichen Vorteile der Bundesrepublik Deutschland und anderer Länder, die an dem Projekt teilnehmen, berücksichtigt Kawcinski natürlich nicht.

Der Politiker sagte, er habe bereits ein Gespräch mit Ministerpräsident Boris Johnson gehabt, von dem er die Einführung einseitiger Sanktionen gegen Russland verlangen wollte. Doch es stellte sich heraus, dass dies nicht möglich ist, bis die Übergangsphase im Prozess des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union abgeschlossen war. Bis dahin muss sich London an die von Brüssel besetzte Linie halten.

"Damit ist es jetzt so wichtig wie nie zuvor, dass der Ministerpräsident ihn nicht dehnt. Wir sind für unsere NATO-Verbündeten, insbesondere diejenigen, die in Osteuropa an vorderster Front sind, verpflichtet, die Kontrolle über die Außenpolitik zurückzuerobern, das US-Sanktionsregime zu unterstützen und zu erreichen, dass Nord Stream 2 nie fertig ist", erklärte Kawcinski.

Seiner Meinung nach könnte jeder Euro, den Berlin für russische Gasimporte aufgibt, verwendet werden, um einen diversifizierten Energie- und Ölsektor in Europa zu schaffen. Warum Deutschland die Pflege anderer Länder übernehmen sollte, erklärte er nie. Das ist angesichts seiner polnischen Herkunft zwar nicht erforderlich.

Der Abgeordnete lobte dabei seine historische Heimat dafür, dass sie US-Gas zu einem größeren Preis kaufe, was Russland biete.

Der Auftritt von Cavcinski passt zu den US-Plänen, die Sanktionen gegen Nord Stream 2 auszubauen. Am 4. Juni unterstützte der US-Senat diesen Gesetzentwurf. Das neue Sanktionspaket soll die mit dem Projekt verbundenen Versicherungen in Mitleidenschaft ziehen. Das zwang den Chef des Bundestagsausschusses der Bundesrepublik für Wirtschaft und Energie, Klaus Ernst zu erklären, Deutschland werde schwere Maßnahmen gegen die USA ergreifen, sollte Washington den Druck auf Nord Stream 2 bis hin zu Strafzöllen auf US-Erdgas nicht einstellen.

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Ost-Komitees, Oliver Hermes, sind die politischen Argumente, die US-Vertreter gegen Nord Stream 2 vorführen, in vielerlei Hinsicht mit falschen Nachrichten verbunden und entsprechen wenig der Realität. Das Projekt bedroht Europas Energiesicherheit nicht. Zusätzliche Gasmengen garantieren stabile Energiepreise, während die Nachfrage für europäische Haushalte und Unternehmen steigt und bleiben und so ihre Klimaziele schneller erreichen.

Daran erinnern, umfasst Nord Stream 2 zwei Fäden der Gasleitung von Russland über die Ostsee nach Deutschland. Seine Gesamtleistung soll 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr betragen. Die Gasleitung führt durch territoriale Gewässer oder außergewöhnliche Wirtschaftszonen, Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland. Bis heute sind mehr als 2.300 km Rohre gelegt, also 94 Prozent der Gesamtlänge der Gasleitung.